# Begriffe

# Bauchlage

**Definition:** Position, bei der eine Person mit dem Gesicht/Bauch nach unten liegt.

**Rechtliche Besonderheiten:**

- Es gibt keine spezifische gesetzliche Norm, die "Bauchlage" als solche verbietet, sie ist aber über die allgemeinen Grundsätze der **Verhältnismäßigkeit** und der **Fürsorgepflicht** bei Zwangsmaßnahmen relevant.
- In polizeilichen und rettungsdienstlichen **Einsatzrichtlinien und Fortbildungen** wird die Bauchlage bei fixierten Personen ausdrücklich als Risikofaktor benannt (Stichwort positionsbedingte Asphyxie) und ihre Vermeidung bzw. zeitliche Begrenzung empfohlen.
- Bei Todesfällen oder schweren Gesundheitsschäden nach Fixierung in Bauchlage prüft die Staatsanwaltschaft regelmäßig, ob eine **Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB)** oder **fahrlässige Körperverletzung/Tötung (§ 222, § 229 StGB)** vorliegt – entscheidend ist, ob die Einsatzkräfte die bekannten Risiken hätten erkennen und durch angemessenes Handeln (z. B. schnelles Umlagern, Überwachung) hätten vermeiden können.

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# Fixierung

**<span class="_animating_muyve_10">Definition:</span>**<span class="_animating_muyve_10"> Mechanische Beschränkung der Bewegungsfreiheit einer Person, z. B. durch Gurte, Handfesseln, Bauchgurt oder Festhalten durch mehrere Personen.</span>

**<span class="_animating_muyve_10">Rechtliche Besonderheiten:</span>**

- <span class="_animating_muyve_10">Grundrechtseingriff in die </span>**<span class="_animating_muyve_10">körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG)</span>**<span class="_animating_muyve_10"> und die </span>**<span class="_animating_muyve_10">Freiheit der Person (Art. 2 Abs. 2 S. 2, Art. 104 GG)</span>**<span class="_animating_muyve_10">.</span>
- **<span class="_animating_muyve_10">Richtervorbehalt bei längerfristiger Fixierung</span>**<span class="_animating_muyve_10">: Das Bundesverfassungsgericht hat 2018 entschieden, dass eine Fixierung, die voraussichtlich länger dauert (in NRW z. B. ab ca. 30 Minuten), grundsätzlich vorab richterlich genehmigt werden muss; bei Gefahr im Verzug ist eine unverzügliche nachträgliche richterliche Bestätigung erforderlich (BVerfG, Urteil vom 24.07.2018, Az. 2 BvR 309/15 u. a.).</span>
- <span class="_animating_muyve_10">Rechtsgrundlage je nach Kontext unterschiedlich: </span>**<span class="_animating_muyve_10">PsychKG NRW</span>**<span class="_animating_muyve_10"> (bei psychiatrischer Unterbringung), </span>**<span class="_animating_muyve_10">Betreuungsrecht (§ 1831 BGB)</span>**<span class="_animating_muyve_10">, oder </span>**<span class="_animating_muyve_10">Polizeigesetz NRW (PolG NRW)</span>**<span class="_animating_muyve_10"> bei rein polizeilichem Handeln vor Ort.</span>
- <span class="_animating_muyve_10">Es gilt der Grundsatz: </span>**<span class="_animating_muyve_10">mildestes Mittel zuerst</span>**<span class="_animating_muyve_10">, kürzestmögliche Dauer, kontinuierliche Überwachung (Vitalzeichen, Bewusstsein), Dokumentationspflicht.</span>
- <span class="_animating_muyve_10">Bei Personen, die sich noch nicht in einer Klinik befinden (wie im Fall Corona), ist rechtlich oft strittig, unter welcher Rechtsgrundlage die Fixierung überhaupt erfolgt – Polizeirecht (Gefahrenabwehr) oder bereits PsychKG-Verfahren.</span>

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# Hypoxie

**Definition:** Mangelhafte Sauerstoffversorgung von Gewebe oder Organen. Bei einer **zerebralen Hypoxie** ist speziell das Gehirn betroffen – schon wenige Minuten ohne ausreichend Sauerstoff können irreversible Schäden verursachen.

**Rechtliche Besonderheiten:**

- Hypoxie selbst ist kein Rechtsbegriff, sondern eine **medizinische Diagnose**, die aber in Ermittlungsverfahren zentrale Beweisbedeutung hat: Sie belegt den eingetretenen Gesundheitsschaden und wird von der Staatsanwaltschaft zur Kausalitätsprüfung herangezogen – war die Fixierung/das Einsatzverhalten ursächlich für die Hypoxie?
- Bei nachgewiesener Kausalität zwischen Diensthandlung und Hypoxie kommen Tatbestände wie **Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB)**, **fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)** oder bei Todesfolge **§ 227 StGB (Körperverletzung mit Todesfolge)** in Betracht.
- Der medizinische Entlassungsbrief bzw. das Gutachten zur Diagnose ist in solchen Verfahren oft das zentrale Beweismittel, wie im Fall Corona beschrieben.

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# Spuckhaube

### Spuckhaube (Spuckschutz)

**Definition:** Eine netzartige oder textile Haube, die über Kopf und Gesicht gezogen wird, um Beamte oder Rettungspersonal vor Anspucken oder Beißen zu schützen.

**Rechtliche Besonderheiten:**

- Rechtsgrundlage ist meist das **Polizeigesetz** des jeweiligen Bundeslandes (in NRW: PolG NRW) als Standardmaßnahme, oder im medizinischen Kontext eine Schutzmaßnahme des Personals.
- Umstritten und in der Kritik: Eine Spuckhaube kann die Atmung behindern, insbesondere in Kombination mit Erbrechen (Aspirationsgefahr), Panik oder körperlicher Anstrengung – deshalb betonen viele Einsatzrichtlinien die Pflicht zur **engmaschigen Überwachung** während des Tragens.
- Es gab in Deutschland bereits mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Einsatz von Spuckhauben (in Kombination mit Fixierung), die zu gerichtlichen und öffentlichen Debatten über deren Zulässigkeit und Sicherheit geführt haben.
- Die Kombination **Fixierung + Bauchlage + Spuckhaube** gilt in der Fachliteratur zu polizeilichen Gewahrsamstodesfällen als besonders risikobehaftete Konstellation – genau diese Kombination wird im Fall Corona von der Anwaltsseite thematisiert.

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