Die **„Hogtie“-Fesselung** (auch als *Krummfesselung*, *Affenschaukel* oder *Bauchtieffesselung* bezeichnet) beschreibt das Verbinden von zusammengebundenen Händen und Füßen auf dem Rücken in Bauchlage.
In Deutschland wird diese Methode von Polizeibehörden **grundsätzlich abgelehnt und nicht als Standartmaßnahme gelehrt**, da durch die Kombination aus Bauchlage, Fixierung und starkem Druck auf den Brustkorb ein extremes Risiko für einen **lagerungsbedingten Erstickungstod (positionelle Asphyxie)** besteht.
Dennoch taucht der Begriff in juristischen, rechtsmedizinischen und publizistischen Aufarbeitungen von Polizeieinsätzen und Abschiebungen auf.
Fünf zentrale Quellen und Fallbeispiele, die den Zusammenhang zwischen der Hogtie-Fesselung und der Polizeipraxis in Deutschland dokumentieren:
**1. TAZ-Gerichtsbericht zum Fall Aamir Ageeb (2004 / 1999)**
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**Kontext:** Der Fall des sudanesischen Asylbewerbers Aamir Ageeb, der 1999 während einer Abschiebung im Flugzeug starb, ist der prominenteste Präzedenzfall für gefesselte Bauchlagen in Deutschland.
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**Inhalt:** Die Medienberichterstattung dokumentiert die polizeiliche Anwendung der „Hogtie“-Methode. Ageeb wurden Hände und Füße auf dem Rücken gefesselt und mittels Schlaufen miteinander verbunden (im Prozess als „Hogtie“-Stellung bezeichnet), woraufhin er durch Erstickung verstarb.
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**Quelle:** *taz.de (18.10.2004) – „Plötzlich ist er schlaff geworden“*
**2. Bericht der Antirassistischen Initiative e.V. (ARI) zu Polizeigewalt**
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**Kontext:** Dokumentation von Todesfällen und schweren Grundrechtsverletzungen im Rahmen von Polizeieinsätzen und Gewahrsamssituationen.
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**Inhalt:** Die Dokumentation zitiert staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten und Fesselungsprotokolle (u. a. zum Fall Ageeb), in denen explizit der Begriff *„Hogtie-Methode“* verwendet und rechtlich als Tatbestand der Körperverletzung bzw. unsachgemäßer Unmittelbarer Zwang bewertet wird.
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**Quelle:** *Antirassistische Initiative e.V. – Dokumentation „Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen“*
**3. Pro Asyl / Amnesty International – Bericht zu Abschiebehaftanstalten (2005)**
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**Kontext:** Veröffentlichungen von Menschenrechtsorganisationen zum Vollzug von Abschiebehaft in deutschen Justizvollzugsanstalten.
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**Inhalt:** Die Broschüre dokumentiert u. a. Fälle aus dem Jahr 2004 in der JVA Dresden, bei denen die sogenannte „Hogtie-Fesselung“ bei Insassen durch Polizeiorgane bzw. Vollzugsbeamte angewendet wurde. Der Bericht hebt das menschenrechtliche Problem und die Erstickungsgefahr dieser Praxis hervor.
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**Quelle:** *Pro Asyl & Amnesty International – Broschüre zum Tag des Flüchtlings (2005)*
**4. Deutschlandfunk / Rechtsmedizinische Studie (Essen)**
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**Kontext:** Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Essen zu Todesfällen in Polizeigewahrsam und bei Festnahmen.
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**Inhalt:** Der Rechtsmediziner Dr. Kurt Trübner untersuchte über 100 Fälle von Tod in Gewahrsam. Er analysierte das Phänomen der *positionellen Asphyxie* (lagerungsbedingter Erstickungstod) bei Fixierungen auf dem Rücken/Bauch. Die Studie führte in der Folge zu verschärften Dienstanweisungen bezüglich der Vermeidung von Fesselungen in Bauchlage.
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**Quelle:** *Deutschlandfunk (18.09.2015) – „Tod in Obhut des Staates – Wenn Menschen in der Haft sterben“*
**5. Thieme Fachliteratur – Rechtsmedizin & Polizeipraxis**
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**Kontext:** Fachmedizinische Standardliteratur zur Beurteilung von gewaltsamen Todesfällen und Zwangsmaßnahmen.
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**Inhalt:** Das Lehrbuch beschreibt die *Hogtie-Position* explizit als Methode der Extremitätenfixierung, bei der Hand- und Fußgelenke hinter dem Rücken miteinander verbunden werden. Es warnt ausdrücklich vor der Erstickungsgefahr (besonders bei erregten Personen oder Übergewicht) und dient der kriminologischen und rechtsmedizinischen Gutachtenerstellung bei Polizeieinsätzen.
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**Quelle:** *Thieme E-Books / Rechtsmedizin – Kapitel „Gewaltsamer Tod“ (Lagerungsbedingtes Ersticken)*